Wir haben unser Boot gefunden… Oder hat es uns gefunden?

  1. – 14. Januar 2018, Hamburg/Insel Fehmarn

 

Mit eisigem Wind und schmuddeligem Wetter empfängt uns Hamburg im noch jungen Jahr 2018, als wir uns aufmachten einige Boote zu besichtigen. Dafür hatten wir uns etwas ausserhalb von Hamburg ein gemütliches Hotelzimmer gebucht und uns einen Leihwagen gemietet um entsprechend mobil zu sein und auch die etwas dezentraleren Häfen abzuklappern. Natürlich hatten wir uns bereits mehrere Hundert Inserate durchgesehen und uns auf zwei bis drei Bootstypen festgelegt, welche sich alle bereits mehrfach als Blauwasseryachten bewährt haben und zum Teil auch schon Reisen in hohe Breiten absolvierten. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten, dass wir bereits am ersten Tag, bei der zweiten Besichtigung, unser neues Zuhause finden sollten. Nachdem wir uns etwas dem Sightseeing in der schönen Stadt Hamburg hingegeben hatten und auch Frau Möller unsere Aufwartung machten, sollte es am nächsten Tag mit dem Leihwagen übers Land, weiter in Richtung Norden auf die Insel Fehmarn gehen. Wie es der Zufall wollte waren auf diesem relativ kleinen Eiland zum selben Zeitpunkt gleich mehrere uns zusagende Bootstypen zum Verkauf ausgeschrieben. Als erstes stand gleich am morgen früh die Besichtigung einer Hallberg-Rassy Monsun 31 an und als wir gedanklich bei diesem Schätzchen etwas die angesammelte Patina entfernten, welche dem externen Stellplatz geschuldet war, konnten wir uns bereits ganz gut vorstellen dieses auch zu bewohnen und mit Leben zu füllen. Jedoch wollten wir uns noch nicht festlegen, denn es wäre ja naiv gewesen ohne grosse Vergleichsmöglichkeiten und ohne jegliche Bootskauferfahrung gleich das erstbeste Angebot anzunehmen. Also ging es nach der Verabschiedung der Bootsmaklerin zurück ins Auto und dann ohne Umwege ins nächste Kaffeehaus um die bereits tiefgefrorenen Extremitäten wieder zum Leben zu erwecken. Nachdem wir uns gestärkt hatten und auch wieder etwas aufgetaut waren ging es weiter ins Nachbardorf um in einer Schifflagerhalle das nächste potentielle Boot zu besichtigen. Und was soll ich sagen… Es war Liebe auf den ersten Blick. Ebenfalls eine nordische Schönheit wie das Boot am Vormittag, jedoch um 4 Fuss kürzer und trotzdem entsprach dieses Boot eher unseren Ansprüchen, da bedeutend mehr an Stauraum und vor allem etwas mehr Stehhöhe für Yael vorhanden war. Es ist eine Albin Vega 27 aus der schwedischen Werft Vega Marin AB. Bekannt für seine Seetauglichkeit, viel Stauraum, stabile Bauweise und der grossen Eigner-Community welche einem sicher gerne mit Rat und Tat zur Seite stehen wird… Zudem können bei über 3000 gebauten Booten, Kinderkrankheiten bei unserer Seriennummer 3091 fast gänzlich ausgeschlossen werden. Da der Eigner bei der ersten Besichtigung leider noch nicht anwesend sein konnte und daher noch einige Fragen zu klären waren, mussten wir leider weiterziehen ohne den Handel in trockenen Tüchern zu wissen. Am Abend liessen wir die Eindrücke bei einem leckeren Abendessen und einigen Verdauungshelfern ausklingen. Nach dem Essen, als wir zurück im Hotel waren, unterhielten wir uns noch ausgedehnt über die beiden besichtigten Boote. Relativ schnell wurde uns klar, dass beide sich sehr wohl fühlten auf dem Boot und wir es nur zu gerne als unser zukünftiges, schwimmendes Zuhause sahen. Ein knochentrockenes Boot, sehr gut in Schuss, zu einem fairen Preis und mit einem Renommee ausgestattet, dass es uns erlaubte trotz fehlendem Probesegeltag dem Eigner unsere Zusage zu übermitteln. Somit hatten wir unser Ziel, ein passendes Boot zu finden, schneller erreicht als gedacht und mit einem guten Gefühl konnten wir uns noch etwas dem Sightseeing widmen und bereits die nächste Reise in den Norden Deutschlands planen, gab es doch noch einiges zu klären, den Papierkram zu erledigen und überhaupt erstmal den Voreigner zu treffen und so weiter. So reisten wir zurück in die tief verschneite Schweiz mit dem Wissen, Anfangs April erneut nach Hamburg zu fliegen und einen weiteren Schritt auf dem Weg zu unserem grossen Ziel gegangen zu sein. Die Vorfreude steigt…

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