April 2019 – Ein turbulenter Monat

1.April – Und wieder hoch

Die Zeit bei Muttern verging wie im Flug, nun war es jedoch Zeit geworden die Gastfreundschaft nicht weiter zu strapazieren und unser künftiges Zuhause bedarf ja auch noch unserer Zuwendung. Nachdem nun das Boot in der Halle besser zugänglich war und der Hafen nach den Sanierungsarbeiten vom letzten Winter wiedereröffnet wurde können wir nun die Arbeit in Angriff nehmen. Zwar ist das Unterwasseranstrich , die Welle mit Schraube und auch der Motor in bester Ordnung, jedoch gibt es nach 2 Jahren in der Lagerhalle einige kleine Blessuren und optische Missstände zu beheben. Uns ist es bewusst, dass wir mit einem Boot aus 1974 keinen Hochglanzpalast gekauft haben, die Sicherheit und der Komfort der Crew stehen jedoch an erster Stelle und somit werden wir versuchen noch einiges aus der Albin Vega rauszuholen und einige Investitionen tätigen. Nachdem wir uns wieder im Wohnmobil eingerichtet hatten, ging es ans Organisieren des Liegeplatzes, des Krans etc. Am 5. April um 14.30h soll unser Boot über dem Sportboothafen in Lemkenhafen schweben und seit langem erstmal wieder Wasser fühlen können.

5. April – Und es schwimmt wieder

Der lang ersehnte und von vielen Bootsbesitzern gefürchtete Termin stand nun an. Bereits um 04.45h lag ich hellwach im Bett und an ein Weiterschlafen war nicht mehr zu denken. Also aufgestanden und Kaffee gekocht. Vor dem Kranen gab es noch einen Haufen Arbeit zu erledigen, der Mast muss im Lager zuerst gefunden und dann für den Transport an den Hafen vorbereitet werden. Unser Boot wurde bereits am Vorabend abgeholt um es am heutigen Morgen zusammen mit dem Mast an den Hafen zu transportieren. Rechtzeitig wurden wir mit allem fertig, so dass wir uns noch eine kleine Mittagspause und Stärkung gönnen konnten. Pünktlich um 14.30h begannen die erfahrenen Männer vom Kranunternehmen und Winterlager damit die Gurte um unser geliebtes Schätzchen zu legen. Zehn Minuten später schwamm unser Zuhause das erste Mal in unserer Anwesenheit. Mehrere Kontrollblicke später als ich mir sicher sein konnte das auch ja kein Wasser in das Boot eindringt konnte man erstmals etwas durchatmen. Nur um wenige Augenblicke später bereits mit dem Kranen des Mastes konfrontiert zu werden. Der Mast ist bei unserem Boot gesteckt und so blieb er am Haken hängen bis Vor- und Backstagen befestigt und vorgespannt waren. Nachdem auch sämtliche Wanten befestigt und vorgespannt waren kam auch schon der Hafenmeister und forderte uns in seiner freundlichen, norddeutschen Art auf wir möchten doch alsbald in «unsere» Box zu dislozieren. Da unser Tag schon recht lange dauerte und unsere Nerven auch schon arg strapaziert waren entschieden wir uns für unsere erste Fahrt unter Motor zwei zufällig anwesende Jungskipper als Lotsen zu engagieren. Und nach nicht mal 15min lag unsere Caribic in der Box fest vertäut. Zwar hatten wir die richtige Box um einen Platz verfehlt aber da dieser Bereich des Hafens noch völlig leer war stört es wohl niemand wenn wir den heutigen Tag beschliessen und uns erst am nächsten Tag mittels Leinen eine Box weiter zu verholen. Bei der kurzen Fahrt in die Box wurde unser Motor ziemlich warm, es floss auch nur sehr wenig Kühlwasser aus dem Auspuff. Ein weiterer Punkt auf unsere Liste, vielleicht können wir den relativ schnell beim anstehenden Motorenservice abhaken, wir werden sehen. Eines nach dem Anderen. Viele Bootseigner haben mich vor diesem Tag des Kranens «gewarnt», dass es aber so nervenaufreibend werden würde hätte ich mir nie erträumen können. So fallen wir zeitig in einen seeligen und tiefen Schlaf.
In den folgenden Tagen sind wir damit beschäftigt das Boot von oben bis unten zu putzen und nach und nach bewohnbar zu machen. Am Gründonnerstag wird meine Mutter in Lübeck mit dem Zug eintreffen um das bisher als temporären Wohnsitz genutzte Wohnmobil zurück in die Schweiz zu fahren. Bis dahin muss das Boot zumindest zum Schlafen ausreichend vorbereitet sein.

18. April – Bezugstermin

Rechtzeitig wurden wir mit allen Arbeiten fertig und so können wir am Morgen die letzten Kisten aufs Boot bringen und das Wohnmobil putzen. Im Verlauf des Tages trafen Nachrichten meiner Mutter ein, dass aufgrund diverser Betriebsstörungen beidseits der Grenze sich ihre Ankunft um 2 ½ Stunden verzögert. Nach einer kurzen Begrüssung am Bahnhof Lübeck gingen wir umgehend in ein nahegelegenes chinesisches Restaurant um uns wieder einmal etwas zu gönnen und den Besuch nach der langen Reise zu stärken. Neben meiner Mutter reiste nämlich auch noch ihre Cousine mit um meiner Mutter auf der langen Fahrt Gesellschaft zu leisten und um ihrerseits erste Eindrücke vom Leben und Reisen in einem Wohnmobil zu sammeln.

20. April – Erneute Rückreise in die Schweiz

Aufgrund von ansehenden Zahnarzt- und weiteren Terminen sind wir gezwungen einen weiteren kurzen Aufenthalt in der alten Heimat einzulegen. So fahren wir am Ostersamstagnachmittag über staufreie Autobahnen in 10 Stunden zurück in die Schweiz und schlagen unsere Zelte erneut im Gästezimmer meiner Mutter auf.

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