Inselrundfahrt – geschüttelt, nicht gerührt

Samstag 25.05.2019 Marstal, DK – Ærøskøbing, DK ; 11,3Nm 4h13min

Nach einem Tag Pause in Marstal, welcher aufgrund des starken Windes aus der falschen Richtung eingelegt werden musste und auch irgendwie dringend benötigt wurde. Wir hatten den Kraftaufwand unserer ersten Etappe etwas unterschätzt und so kam uns das Wetter am Freitag entgegen. In dem kleinen Ort fand genau an diesem Wochenende ein Akkordeonfestival in Hörweite des Hafens statt und so kamen wir in den zweifelhaften Genuss musikalischer Darbietungen und dänischer Ausgelassenheit bis spät in die Nacht. In Folge dessen wurde auch das Aufstehen am Samstag Morgen etwas herausgezögert. Nach einem kurzen Besuch im lokalen Supermarkt und beim Bäcker machten wir uns kurz nach 11 Uhr auf den Weg weitere Orte diese Märcheninsel zu erkunden. Ærøskøbing ist für seinen ursprünglichen Ortskern mit vielen kleinen und farbigen Häuschen bekannt. Auf dem Landweg, zu Fuss wären wir heute wohl schneller nach Ærøskøbing gekommen als auf dem Seeweg. Mussten wir doch aufgrund der geringen Tiefe in den Gewässern um die Insel einen nicht unerheblichen Umweg in Kauf nehmen. Zudem sind die befahrbaren Gewässer zwischen den Inseln Egholm und Birkholm nicht gerade breit und es muss mit Gegenverkehr von Fährschiffen gerechnet werden. Die Fahrrinne führt zwischen diesen beiden Inseln entlang eines kleinen Unterwasser-Canyons und da können bei entsprechenden Wind- und Strömungskonstellationen ungemütliche bis gefährliche Wellen entstehen. Auf dem Weg in dieses Gebiet konnten wir dann auch unser Boot erstmals unter Segeln ausprobieren, nur unter Genua schafften wir bei halbem Wind bereits mühelos über 5kn Fahrt über Grund zu machen. Nach der Wende war es uns dann nicht mehr möglich weiter zu segeln, da der Wind genau entlang der Engstelle auf uns zukam und der Platz zum Kreuzen beim besten Willen nicht ausgereicht hätte. Nachdem wir den Diesel gestartet hatten merkten wir schon bald, dass der Revierführer mit seinen Warnungen vor diesem Gebiet nicht übertrieben hat. Obwohl die Wellen nicht all zu hoch waren machte uns die Steilheit mit denen sie auf unser Boot trafen schon eher zu schaffen. Es dauerte circa eine Stunde bis wir aus dem Gröbsten raus waren und sich der Wellengang langsam beruhigte. Aber erst als wir wieder in der Abschattung der Insel Ærø waren beruhigte sich die Lage schliesslich ganz beruhigte. Das Anlegemanöver im Hafen gelang dann wiederum einwandfrei, langsam aber sicher denken wir die speziellen Kniffe einer Albin Vega zu kennen. Die Hafenanlagen in Dänemark sind alle ausnahmslos in einem guten bis sehr guten Zustand, die sanitären Einrichtungen sind sauber und zahlreich vorhanden und das WiFi ist auch von hervorragender Qualität, was anscheinend nicht überall in Europa so sein soll… 😉 Man muss jedoch sagen, dass die Liegegebühren auch nicht von schlechten Eltern sind. Bis zu 24€ für ein 27ft Boot inkl. Strom und Wasser, jedoch kosten selbst dann das Duschen und das WiFi nochmals extra. Positiv zu erwähnen gibt es allerdings, dass der öffentliche Bus auf der Insel kostenlos ist und mit einem erstaunlich dichten Takt verkehrt. So wäre es uns möglich gewesen, kurz nach Ankunft im Hafen mit dem Bus innerhalb von ca. 10 min die heutige Strecke zurück zu fahren. Wir benötigten mit dem Boot über 4 Stunden. Aber wir beschränkten uns darauf einen ersten Rundgang durch das malerische Städtchen zu machen und uns dabei immer mehr vom gemütlichen oder wie die Dänen sagen „hyggeligen“ Lebensstil anstecken zu lassen. Wir haben uns daher auch unabhängig vom Wetterbericht dazu entschlossen noch etwas in dem schönen Ort zu verweilen. Morgen feiert die Kapitänin ja auch noch Geburtstag, somit bleibt der Kahn fest im Hafen vertäut. Ob ich wohl noch einen Geburtstagskuchen organisieren kann oder ob es am Schluss doch die Fischbrötchen von der lokalen Fischräucherei im Hafen richten müssen erfahrt ihr im nächsten Blogbeitrag…

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