Statistenrolle für unser Boot

Dienstag 3. September 2019; Lemmer nach Urk 37km; Schleusen 3; Brücken 13 wovon 3 geöffnet wurden

Nach den hektischen letzten Tagen standen wir heute erst um 9 Uhr auf und nach einer heissen Dusche machten wir uns auf, zu Fuss die „Prinses Margeret-Schleusse“ zu besichtigen. Schleusten wir doch das letzte Mal vor einigen Monaten zusammen mit der Berufsschiffahrt und so konnten wir uns vor Ort ein Bild über die Möglichkeiten, in der Schleuse anzulegen, machen. Als wir zurück zum Boot kamen und uns auf das Ablegen vorbereiteten, die Maschine lief sich schon warm, sprach uns ein Crewmitglied von Guido Dwersteg an ob wir denn schon gehen würden. Sie hätten in unserer Abwesenheit Filmaufnahmen von Hafenmanövern gedreht und wenn wir nun gehen würden hätten sie nicht mehr die gleichen Bedingungen um die restlichen Aufnahmen zu drehen. Also stellten wir die Maschine wieder aus und warteten gespannt auf die Dinge die da kamen. Es war nun schon 13 Uhr geworden als alle Szenen im Kasten waren und wir uns wieder anschickten die nächste Etappe zu starten. Da uns nach der Schleuse gleich das IJsselmeer erwartete hatten wir den Wind immer im Blick. Der Windanzeiger verhiess nichts Gutes, 5 Bft auf dem IJsselmeer mit gelegtem Mast, Spass klingt anders. Aber es sollte ja nur ein kurzes Stück von ca. 5km sein und danach haben wir einen ruhigen Kanal der uns durch den Polder nach Urk führen wird. Unter den gegebenen Windverhältnissen zogen wir diesen Umweg dem direkten Weg über das IJsselmeer vor. Zuerst war da ja aber noch die Schleuse. Inklusive Wartezeit benötigten wir eine Stunde um diese zu passieren. Die Manöver klappten diesmal aber auch schon wieder viel besser. Als uns die Schleuse endlich ausspuckte wurden wir auch schon bald von den hier typische, kurzen und steilen Wellen begrüsst. Als wir 50 Minuten später in die „Friese-Sluis“ einfuhren legte sich der Spuk augenblicklich und das ruhige Kanalleben herrschte wieder vor. Es folgte eine recht ereignislose Fahrt durch einen kaum befahrenen Kanal vorbei an riesigen Gemüsefelder. Die Zwiebelernte war gerade im Gang und treibte uns beiden Tränen in die Augen. Nach einer letzten Schleusung hatte uns das IJsselmeer wieder und wir bogen sogleich in den Hafen von Urk ab, wo wir längsseits am langen Westkai festmachten. Und als hätten wir es wieder so geplant, konnten wir beim Festmachen einen herrlichen Sonnenuntergang geniessen. Aber der Wetterbericht für die nächsten Tage sieht nicht so rosig aus, 7 Bft Wind und Regen. Wir werden sehen…

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