Vorboten des Herbstes

Dienstag, 10. September 2019; Maasbommel nach Venlo 80,4km; Schleusen: 2; Brücken 9 wovon 0 geöffnet wurden.

Was staunten wir nicht schlecht als wir morgens um halb Acht den Kopf aus der Luke streckten… Nebel

Morgenstimmung beim Aufstehen

Da der Sonnenstand aber ja noch relativ hoch ist konnten wir damit rechnen, das sich der Nebel bald lichten würde. Somit hinderte uns nichts daran, den alltäglichen Rythmus beizubehalten und mit den Ablegevorbereitungen zu beginnen. Dazu gehört eine grosse Kanne italienischer Espresso in einer „Bialetti-Kaffeekanne“ aufzubrühen, falls vorhanden einen letzten Besuch den Sanitären Anlagen des Liegeplatzes abstatten, beim Hafenmeister abzumelden, den Landstromanschluss kappen und los gehts. Mit dem Losfahren eines PKW hat das Ablegemanöver eines Bootes nicht viel gemeinsam ausser, dass man einen Motor zu starten hat. Damit hat es sich aber schon, denn wir müssen viel mehr Faktoren beachten und sind viel mehr Variabeln ausgesetzt. Das Anlegen ist aber allgemein viel anspruchsvoller als das Ablegen, was bei der jeweils noch vorhandenen morgendlichen Müdigkeit aber durchaus gewünscht ist. Also raus aus dem Hafen und zurück auf die Maas. Wie bereits gestern landschaftlich nicht all zu spektakulär aber doch nicht mehr so von Industrie geprägt wie am Vortag. Die bereits erwähnten Gierseilfähren sollten uns aber noch eine Weile begleiten. Schleusentechnisch gab es heute nicht viele Traktanden. Zwei mächtige Schleusen, hauptsächlich für die Berufsschiffahrt konstruiert, dies vermag uns aber bereits keine Kopfschmerzen mehr zu bereiten. Sind wir uns es doch mittlerweile gewohnt in Schleusen mit Spundwänden und nur einem verfügbaren Poller zu schleusen und dies mit solchen Höhengewinne, dass die Leinen mehrmals umgelegt werden müssen. Etwas wovon wir wohl nie den Respekt verlieren werden sind die heftigen Strömungen und Strudel welche durch die zum Teil mehrere Meter Durchmesser grossen Schiffsschrauben der Frachtschiffe in den engen und glatten Schleusenkammern erzeugt werden. Die sehen nicht nur furchteinflössend aus, die können unserem kleinen Boot mit schwachem Motor auch ganz schön gefährlich werden. Werden wir zusammen mit mehreren Grosschiffen geschleust, bleibt uns häufig nicht viel Platz zum Anlegen zwischen dem Heck des vor einem liegenden Frachters und des Schleusentores. Und da ein Boot ausser dem Rückwärtsgang keinerlei Bremsfunktion besitzt müssen die geplanten Anlegemanöver in kleinem Tempo auf den Zentimeter genau ausgeführt werden. Steht jedoch eine starke Strömung einer Schiffschraube gegenan oder sogar seitlich müssen wir mit höherer Geschwindigkeit einfahren um das Boot manöverierbar zu halten. Mit abnehmender Geschwindigkeit reagiert nämlich das Boot auch viel weniger schnell und stark auf die Steuerbefehle an der Pinne. Somit bleiben uns trotz einiger Erfahrung genug Vorsicht, Planung und Absprache abverlangt damit unsere Reise kein appruptes Ende an einer Schleusenwand finden wird. Das Wetter spielt aber auch Heute wieder mit und lässt uns trotz etwas Wind die Fahrt gemütlich im Pullover geniessen. Schon fast früh für unsere Verhältnisse machen wir bereits 17.30h im Hafen des WSV Venlo fest. Der Hafen ist etwas suboptimal gelegen, 3km ausserhalb der Stadt, eingezwängt zwischen einer Autobahnbrücke und eines Containerterminals mit laut piepender Containerbrücke. Die Anlage des Hafens ist jedoch ganz ordentlich und sauber. An den Schwimmstegen und den meterhohen Pollern dazu können wir erahnen wie hoch die Wasserstände hier in regenreicheren Jahreszeiten sein können. Auch gilt es eine hohe und steile Böschung mittels Schwimmtreppe zu erklimmen um vom Hafenbecken zum Hafenbüro und den sanitären Anlagen zu gelangen. Das uns die tiefen Wasserstände noch vor grosse Herausforderugen stellen sollte ahnten wir da noch nicht…

Kleine Personenfähre im Hafen „de Gouden Ham“
In einer der beiden Schleusen die es heute zu passieren gab
Beachtliche Errosionen in den unbefestigten Abschnitten
Lage des Hafens in Venlo, eingepfercht zwischen Industrie und Autobahnbrücke

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